Ihre VMware-Rechnung hat sich verdreifacht. Ihr VCSP-Partner hat seinen Vertrag verloren. Und der allgemeine Support für vSphere 8.x endet im Oktober 2027. Wenn Sie ein Schweizer KMU sind, das auf VMware läuft, lautet die Frage nicht mehr «Sollen wir migrieren?», sondern «Wie migrieren wir, ohne alles kaputtzumachen?».
Was CloudStack konkret ersetzt
| VMware | CloudStack + KVM |
|---|---|
| vCenter | CloudStack Management Server |
| ESXi | KVM (in den Linux-Kernel integriert) |
| vSAN | Lokale NVMe oder Ceph |
| NSX | Integriertes Netzwerk (VPC, VLANs, Virtual Router) |
| Jährliche Lizenz | 0 CHF (Apache 2.0) |
CloudStack ist kein Neuling. Open Source seit 2010, Apache-Projekt seit 2012, betreibt es die Clouds von KDDI, Leaseweb, China Telecom und Orange, unter anderem. In der Schweiz ist es noch wenig bekannt — aber genau das schafft die Chance.
Das integrierte Migrationstool
Seit Version 4.19 enthält CloudStack ein VMware → KVM Migrationstool direkt in der Benutzeroberfläche:
- Menü: Import-Export Instances in der Admin-Oberfläche
- Unterstützte Quellen: bestehende VMware-Cluster oder externes vCenter (IP + Zugangsdaten)
- Was erhalten bleibt: Festplatten und MAC-Adressen
- Unter der Haube:
virt-v2v, das Konvertierungstool von Red Hat, produktionsbewährt
Konkret: Sie richten CloudStack auf Ihr vCenter, wählen die zu migrierenden VMs aus, und das Tool übernimmt die Festplattenkonvertierung und den Import. Vorbereitungsarbeit ist nötig — Installation von virt-v2v auf den KVM-Hosts, Mapping der Quell-/Zielnetzwerke und Einspeisung von Virtio-Treibern für Windows-VMs.
Drei typische Szenarien
KMU (10-30 VMs) — Der einfachste Fall. Ein einzelner physischer Server genügt. Die ersten VMs können an einem Wochenende migriert werden, bei Festplatten unter 100 GB. Die Ausfallzeit pro VM reicht von wenigen Minuten bis über eine Stunde, je nach Volumengrösse.
Mittelständisches Unternehmen (50-200 VMs) — Zwei bis drei Server im Cluster. Progressive Migration über 2-4 Wochen, in Chargen. Kritische VMs werden zuletzt migriert, nach Validierung der ersten.
Hybrid — Sie behalten VMware für kritische Legacy-Workloads und migrieren den Rest auf CloudStack. CloudStack kann bestehende VMware-Hypervisoren als Quelle verwalten, was einen Übergang ohne künstliche Deadline ermöglicht.
Was sich ändert — und was nicht
Was sich nicht ändert für Ihre Benutzer:
- Die VMs laufen weiter
- Die Anwendungen sehen keinen Unterschied
- Die MAC-Adressen bleiben erhalten
Was sich ändert für Ihr IT-Team:
- Die Admin-Oberfläche (CloudStack UI statt vCenter)
- Das Netzwerk muss in CloudStack neu konfiguriert werden (VLAN-Mapping, Firewall-Regeln)
- Die Backup-Tools müssen angepasst werden (VMware-Lösungen wie Veeam/VADP sind nicht mehr kompatibel)
- Keine Lizenzdateien mehr zu verwalten
- Keine jährliche Verlängerung mehr zu verhandeln
- Voller API-Zugang für Automatisierung
Was es wirklich kostet
Nehmen wir ein KMU mit 30 VMs auf 2 VMware-Servern:
| VMware (vor Broadcom) | VMware (nach Broadcom) | CloudStack + KVM | |
|---|---|---|---|
| Jährliche Lizenzen | ~15'000 CHF | ~45'000-75'000 CHF | 0 CHF |
| Support | inklusive | inklusive | optional (ShapeBlue oder Community) |
| Migration | — | — | einmalig |
Über 3 Jahre beträgt der Unterschied Zehntausende von Franken — ohne das Risiko der nächsten Erhöhung mitzurechnen. Die dokumentierten Erhöhungen seit der Übernahme durch Broadcom reichen von 350% bis 1'200%, je nach Konfiguration.
Und die Souveränität?
Von VMware zu CloudStack zu migrieren bedeutet, von einem proprietären Stack zu einem 100% Open-Source-Stack zu wechseln. Ihre Daten bleiben auf Ihrer Hardware, in Ihren Räumlichkeiten, unter Schweizer Recht. Keine Abhängigkeit von einem Cloud-Anbieter, der dem Cloud Act unterliegt, keine Abhängigkeit von einem Anbieter, der seine Bedingungen von heute auf morgen ändern kann.
Für regulierte Branchen — Gesundheitswesen, Finanzen, Recht — wiegt dieses Argument genauso schwer wie der Preis.
Nächster Schritt
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